Das höchste Glück liegt in …

Das höchste Glück liegt in …
Bildquelle: Marten Threepwood

Szenario 1:

Der dreiwöchige Jahresurlaub steht an.

Endlich.

Endlich eine Pause.

Endlich eine kurze Zeit im Jahr, in der du dir nicht jeden Tag die Tränen der Langeweile aus den Augen streichen oder dich jeden Tag vom Geschehen auf der Arbeit stressen lassen musst.

Es ist absolut verständlich, dass du dich auf so eine Pause freust.

Aber wäre es nicht viel schöner, wenn dein Alltag ein spannendes Abenteuer wäre, auf das du dich freust und das du mit Begeisterung, Leidenschaft und viel Liebe meisterst? Wäre es nicht schöner, wenn du dich jeden Morgen auf deinen Alltag freuen und ihn achtsam und bewusst erleben würdest? Somit wäre dein Urlaub dann nur noch das nette kleine Extra zu einem sowieso schon erfüllenden Arbeitsalltag.

Die entscheidene Frage lautet hier also:

Wäre hier eine langfristige Zufriedenheit nicht besser, als auf den großen Zufriedenheits-Ausschlag deines Jahresurlaubs zu warten?

Szenario 2:

Du hast ein halbes Jahr hart an einer bestimmten Sache gearbeitet.

Endlich ist der Tag da, an dem du diese Sache einer kleinen Auswahl von Menschen vorstellen kannst.

Du hoffst, endlich Anerkennung für deine harte Arbeit zu bekommen.

Stattdessen schaust du aber bei der Präsentation in ziemlich ausdruckslose Gesichter.

Du bist enttäuscht, denn die gewünschte Anerkennung der anderen Menschen bleibt aus.

Wäre es nicht viel schöner, wenn du dir selbst Anerkennung geben könntest und nicht mehr so stark auf die Anerkennung von anderen Menschen fixiert bist? Wäre es nicht schön, wenn dein Selbstwertgefühl so stabil wäre, dass du über ein solches Erlebnis ein wenig später lachen kannst und dich nicht von Dingen abbringen lässt, die für dich wichtig sind?

Die entscheidene Frage lautet hier:

Wäre es nicht schön, wenn du ein beständiges Selbstwertgefühl hättest, du dir Anerkennung von innen heraus holst und nicht auf den einen Tag wartest, an dem du endlich Anerkennung von anderen Menschen geschenkt bekommst?

Szenario 3:

Du hast das dritte Date diesen Monat.

Zwar sind die Dates ganz schön, und es ist auch immer spannend, neue Menschen kennenzulernen, aber so richtig glücklich bist du irgendwie nicht.

Du hättest gedacht, dass dich Sex glücklicher machen würde.

Du sehnst dich nach mehr.

Wäre es nicht schön, jemanden an deiner Seite zu haben, der dich so liebt, wie du bist? Jemand, der all das, was dich ausmacht, akzeptiert, bewundert und liebt? Wäre es nicht schön, jemanden zu haben, mit dem du durch all die Höhen und Tiefen des Lebens gehen kannst, um dann später gemeinsam darüber zu lachen?

Die entscheidene Frage lautet also schließlich:

Wäre es nicht schön, wenn immer jemand da ist, den du liebst und dir fortwährend einen sicheren und liebevollen Heimathafen schenkt, so dass du dich nicht nur auf die kurzen Augenblicke der Leidenschaft und Lust beschränken musst?

Die Schlussfolgerung …

dieser drei Szenarien lautet:

Investiere in die Beständigkeit.

Gestalte deinen Alltag so, dass du dich jeden Tag auf ihn freuen kannst, anstatt deine ganze Freude für deinen Jahresurlaub aufzuheben.

Arbeite an der Beziehung zu dir selbst und erschaffe dir einen Lebens-Kompass, der dir jederzeit die richtige Richtung anzeigt und dir auch in schweren Zeiten signalisiert, dass du auf dem richtigen Weg bist. Lass dir nicht von außen diktieren, was richtig ist und was nicht …

Arbeite an den Beziehungen zu anderen Menschen (Liebe & Freundschaft). Beziehungen, die nicht nur für kurzfristige Momente der Freude anhalten, sondern Tiefe haben und dir ein sicheres Fundament und viel Kraft für dein Leben schenken. Zugegeben musst du dafür jedoch erst einmal die richtigen Menschen um dich herum haben.

Zum Schluss möchte ich dir noch das Zitat mit auf den Weg geben, das mich zu diesem Blogartikel inspiriert hat. Es begleitet mich schon etwas länger und fasst in schönen Worten noch einmal zusammen, um was es in diesem Artikel geht.

Jean-Jacques Rousseau hat in seinem Text Träumereien eines einsamen Spaziergängers folgendes festgehalten:

In den Wechselfällen eines langen Lebens habe ich bemerkt, dass die Augenblicke der durchdringendsten Wonne eigentlich nicht jene sind, die mein Gedächtnis mir am häufigsten in die Erinnerung zurückruft und die mich am meisten anziehen. Diese kurzen Augenblicke der Leidenschaft und der Lust mögen wohl erregend sein; sie bleiben, ihrer Heftigkeit wegen, doch nur vereinzelt eingestreute, scharf abgetrennte Punkte auf der Lebenskurve. Sie sind zu selten und zu flüchtig, um einen Zustand zu bilden; das Glück, dem mein Herz am meisten nachtrauert, setzt sich jedenfalls nicht aus solchen vergänglichen Augenblicken zusammen; es besteht vielmehr in einem einfachen, dauernden Zustand, der an sich nichts Heftiges hat, aber dessen Reiz eben durch die Dauer vermehrt wird, so sehr, dass man darin zuletzt das höchste Glück findet.

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