Der Umgang mit (negativen) Nachrichten 2/2

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In dem ersten Artikel schrieb ich folgendes:

Ich halte es für wichtig, dass man sich darüber informiert, was in der Welt passiert und dass man die Augen vor den Grausamkeiten nicht verschließt. Und die Nachrichten spielen dabei eine wichtige Rolle.

Ich bezweifle nur, dass die Welt besser wird, wenn wir unsere Köpfe mit Bildern des Elends vollstopfen.

Wie in diesen Aussagen und in dem ganzen Artikel klar wird, war mir wichtig, zu schreiben, dass die Lösung nicht darin liegt, die Wahrheit zu verbergen oder zu ignorieren.

Es ging mir in dem Artikel vielmehr darum, einen Anstoß dafür zu geben, seinen eigenen Umgang mit den Nachrichten einmal zu hinterfragen.

Wie mir aufgefallen ist, gibt es aber einen kleinen Konflikt.

Auf der einen Seite heißt es also:

„Informiere dich darüber, was in der Welt passiert.“

Auf der anderen Seite steht die Aussage:

„Die Welt wird nicht besser, wenn wir unsere Köpfe mit Bildern des Elends vollstopfen“.

Wie passen diese Aussagen zusammen?

Wir kommen an dieser Stelle unweigerlich zu der Frage, die diesen Konflikt beiseite räumen kann:

Wie sollten Nachrichten geschrieben sein?

Einen selbstbestimmten Umgang mit Nachrichten zu pflegen, heißt, dass man sich die Nachrichtenquellen selbst aussucht und nicht alles an „geistiger Nahrung“ konsumieren muss, was einem vorgesetzt wird. Wie beim Essen. Im Restaurant wäre es ja auch seltsam, wenn der Kellner einfach an deinen Tisch kommt und dir ungefragt einen Tintenfisch in den Mund schiebt.

Aktives Informieren statt passives Informieren.

Wir sollten uns also nicht die Nachrichten heraussuchen, die so geschrieben sind, dass sie in uns die Samen der Wut, Traurigkeit, Verzweiflung oder Angst nähren.

Stattdessen ist es wichtig, zu verstehen, warum manche Dinge passieren. Natürlich ist es in der heutigen Welt sehr schwierig, Dinge verständlich zu erklären, aber ich habe auch nie gesagt, dass Journalist/-in oder Autor/-in ein einfacher Beruf ist.

Es ist verdammt schwer, über Terroranschläge so zu schreiben, dass die Menschen nach dem Lesen des Artikels nicht hoffnungslos die Zeitung weglegen oder die Internetseite schließen. Das weiß ich. Wenn man jedoch über die Ereignisse so berichtet, dass man erklärt, woher diese Wut, diese Ausweglosigkeit und die Verzweiflung der Menschen kommen, die diese furchtbaren Terroranschläge begehen, mindert das die Wut der Menschen und mehrt das Verständnis und das Mitgefühl.

Ein/e Journalist/-in sollte Menschen helfen, Dinge zu verstehen.

Ein gut geschriebener Artikel lässt einen nicht bloß traurig oder wütend zurück, sondern vergrößert die Einsicht und das Mitgefühl, regt zum Nachdenken an, führt die Leser an den Punkt, an dem sie selbst ansetzen können, um in ihrem Umkreis Kleinigkeiten zu verändern, die das Zusammenleben ein bisschen positiver machen. Nach dem Lesen eines solchen Artikels besteht Hoffnung, weil schnell klar wird, was zu tun und was zu lassen ist, um diese Art des Leidens nicht fortzuführen. Und keiner sollte die Macht unterschätzen, die er hat, wenn es darum geht, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen. Dadurch, dass du die Welt um dich herum veränderst, veränderst du die Welt selbst.

Wie sehen deine Informationsquellen aus? Wie sind die Artikel oder Bücher geschrieben, die du liest?

Vielleicht erweist es sich doch nicht als gar so überlebt, dass die „kindlichen“ verinnerlichten Völker des Ostens den Morgen lieber mit einer Sonnenhymne oder dem „Om mani padme hum“ einweihen, statt mit der Lektüre des „Daily Swinickl“ (Zeitung).

(Prentice Mulford)

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