Eine sehr effektive und alltagstaugliche Meditationsübung

Eine sehr effektive und alltagstaugliche Meditationsübung
Bildquelle: Markus Peters

Meditation.

Ein Wort, bei dem die meisten Menschen nicht wissen, was es bedeutet, obwohl sie seltsamerweise  genaue Bilder davon im Kopf haben.

Schneidersitz. Eine bestimmte Handhaltung. Entspannungsmusik. Ooooooohm.

Ja, das ist im Prinzip nicht verkehrt, denn einige meditieren so. Aber es muss nicht immer so ablaufen.

Ich meditiere gerade auf meine ganz eigene Art und Weise. Im Alltag. Ganz unkompliziert. Mit einer ganz effektiven und kurzen Meditation.

Aber bevor ich dir diese Art der Meditation verrate, möchte mit dir nochmal etwas genauer das Wort Meditation beleuchten. Dafür habe ich zwei Definitionen von diesem Begriff herausgesucht. Sie stammen von Osho, einem bekannten spirituellen Lehrer:

1)

Wenn wir all unser Tun entautomatisieren können, dann wird unser ganzes Leben zur Meditation. Dann wird jede Kleinigkeit, die wir tun – wie duschen, essen, mit einem Freund reden – zu einer Meditation. Meditation ist eine Qualität und diese Qualität kann in alles eingebracht werden. Sie ist keine spezielle Handlung.

Die Leute stellen es sich so vor: Sie glauben, dass Meditation eine ganz besondere Handlung sei – man setzt sich hin, mit dem Blick nach Osten, leiert ganz bestimme Mantras herunter, zündet Räucherstäbchen an … die Leute meinen, dass man dies und jenes zu einer bestimmen Zeit, auf eine ganz bestimmte Art und Weise, mit ganz bestimmten Bewegungen und Gebärden tun muss. Meditation hat mit all dem nicht das Geringste zu tun.

Wenn du ständig hellwach bist, ist alles, was du tust, eine Meditation und jede Bewegung kann dir zur Meditation verhelfen.

2)

Dies ist die ganze Kunst des Meditierens: Sich tief ins Tun zu versenken, das Denken aufzugeben und die Energie, die zum Denken gebraucht wurde, in Bewusstheit umzuwandeln.

Du siehst: Meditation ist keine spezielle Praktik. Es ist vielmehr ein Zustand jenseits des Denkens. Ein Zustand des reinen Bewusstseins.

Und diesen Zustand kann man auf verschiedenen Wegen erreichen. Einen davon möchte ich dir nun zeigen.

Die Atem-Meditation von Eckhart Tolle

Die Übung stammt von Eckhart Tolle, ebenfalls ein sehr bekannter Weisheitslehrer.

Er schreibt, dass es bei dieser Übung mehr darauf ankommt, sie oft zu machen, anstatt sie jedes Mal besonders lang zu machen. Bei regelmäßiger Anwendung entfaltet sie ihre transformative Kraft.

Die Übung geht folgendermaßen:

Mach dir möglichst oft deinen Atem bewusst.

Achte auf die Empfindung des Atems. Spüre, wie die Luft in deinen Körper einströmt und wieder ausströmt. Achte darauf, wie sich Brust und Bauch beim Einatmen jedes Mal leicht ausdehnen und beim Ausatmen wieder leicht zusammenziehen. Achte auch auf die kurzen Unterbrechungen in der Atemtätigkeit, besonders die Pause nach dem Ausatmen, die ganz natürlich entsteht, bevor du wieder einatmest.

Es geht bei dieser Übung darum, viele Male am Tag einen bewussten Atemzug zu machen (zwei oder drei wären noch besser).

Wenn du dir deines Atems bewusst wirst, bist du im gegenwärtigen Augenblick angekommen. Du bist absolut präsent.

Dir wird auch auffallen, dass du nicht gleichzeitig denken und dir deines Atems bewusst sein kannst. Bewusstes Atmen bringt dein Denken zum Stillstand. Doch im Gegensatz zu jemandem, der in Trance oder halb im Schlaf ist, bist du hellwach und voll da.

Vielleicht fragst du dich nun: Wozu ist es gut, sich manchmal jenseits des Denkens zu befinden?

In unserem Alltag sind wir permanent damit beschäftigt, über irgendwelche Dinge nachzudenken. Unser Kopf ist vollgepackt mit aufeinander folgenden Gedanken. Ein Gedanke jagt den nächsten. Es ist ein Strom von Gedanken.

Durch diese Meditationsübung erzeugst du Lücken im Strom deines Denkens. Es entsteht ein Zwischenraum. Ohne diese Unterbrechungen wiederholen sich die Gedanken ständig und sind ohne jede Inspiration und Kreativität, wie es bei vielen Menschen der Fall ist.

Außerdem kommst du im Moment an. Du unterbrichst die Kopflastigkeit und entspannst dich. Du bist ganz bei dir und lässt dich nicht von anderen Dingen ablenken. Du wirst dir selbst bewusst und spürst deine Gegenwärtigkeit.

Probiere diese Übung ruhig mal aus. Wenn du das nächste Mal an der Kasse oder an der Ampel stehst und wartest, wenn du morgens aufwachst, wenn du auf dem Weg zur Arbeit bist, wenn deine Verabredung fünf Minuten später kommt, wenn du abwäscht, kurz vor einem Auftritt, …

Eine Übung mit einer starken Kraft

In einem Buch von Eckart Tolle steht, dass er mal gefragt wurde, welche Seminare oder Workshops einer großen spirituellen Einrichtung er empfehlen würde. Er sagte daraufhin:

„Ich weiß nicht recht, sie sehen alle gleichermaßen interessant aus. Aber eines weiß ich: Mach dir möglichst oft, wann immer es dir einfällt, deinen Atem bewusst. Wenn du das ein Jahr lang tust, hat es eine stärkere transformative Kraft als die Teilnahme an all den Kursen zusammen. Und es kostet nichts.“

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