Frag doch einfach mal!

Frag doch mal!
Bildquelle: Marten Threepwood

Möchtest du eine (fremde) Frau oder einen Mann ansprechen, um mit ihr oder ihm etwas zu unternehmen? Oder hast du vor, nach finanzieller Unterstützung für ein Projekt zu fragen? Möchtest du, dass eine bestimmte Person dir einen Gefallen tut?

Dann frag doch einfach mal nach!

Ich weiß, es ist manchmal leichter gesagt als getan.

Deswegen möchte ich heute vier Punkte ansprechen, die wichtig sind, wenn man einen anderen Menschen etwas fragt oder um etwas bittet.

1) Gehe mit der richtigen Haltung an die Sache ran.

2) Formuliere deine Frage konkret und offen.

3) Weise dich nicht im Vorfeld selbst zurück.

4) Es gibt Wege, mit Zurückweisungen umzugehen.

Ich erzähl dir jetzt noch kurz was zu diesen vier Punkten.

Let’s go.

Die richtige Haltung

Die Wahrscheinlichkeit einer positiven Antwort steigt, wenn du selbst davon ausgehst, dass die Frage oder Bitte Erfolg hat. Also frage so, als würdest du ein Ja erwarten.

Bevor du die Frage stellst, kannst du dir den Moment vorab einmal so vorstellen, wie du es dir wünschst. Male dir die Situation möglichst lebendig aus, so dass du auch das freudige Gefühl spürst, das mit der positiven Antwort einhergeht.

Konkrete und offene Fragen

Die Art, wie du Fragen stellst, hat einen großen Einfluss auf die Antworten, die du erhalten wirst.

Gewöhne dir an, bei Angelegenheiten, die dir wichtig sind, konkrete und offene Fragen zu stellen.

Der Unterschied zwischen offenen und geschlossenen Fragen:

  • Geschlossene Frage: Kommst du mit? Die Frage kann mit Ja/Nein/Weiß nicht beantwortet werden.
  • Offene Frage:Wie siehst du das? Die Frage kann nicht mit Ja/Nein/Weiß nicht beantwortet werden.

Fügen wir jetzt noch einmal eine weitere Zutat hinzu, nämlich die (Un)Konkretheit:

  • Eine unkonkrete/geschlossene Frage: Möchten Sie unser kleines Projekt vielleicht mit einer kleinen Spende unterstützen?
  • Besser: Für unser Projekt versuchen wir, bis zum 01.05. 1500 € zu sammeln, um damit folgendes zu machen: … Von verschiedenen Seiten haben wir schon gehört, dass unser Projekt sehr unterstützenswert sei. Wie sehen Sie das?

Hier kannst du kein einfaches Nein mehr bekommen, so dass du nicht mit einem einzigen Wort abgewimmelt werden kannst. Du machst deinem Gegenüber das Ja ein bisschen einladender.

Bei geschlossenen Fragen bietest du die Möglichkeit, eine Ablehnung zu äußern, im Vorfeld schon auf einem Silbertablett an, so dass dein Gegenüber nur noch zugreifen muss.

Genieße die Aufregung, die manchmal mit dem Fragen und Bitten einhergeht. Wünsche sie dir nicht weg, denn sie macht dein Leben besonders. Was wäre dein Leben ohne Aufregung? 

Nicht im Vorfeld selbst zurückweisen

Percy Ross, ein Selfmade-Multimillionär, sagte:

Wir sollten mehr bitten. Meiner Meinung nach ist Bitten das mächtigste und am meisten vernachlässigte Geheimnis für Glück und Erfolg.

Warum bitten wir nicht häufiger?

Weil wir Angst haben, zurückgewiesen, oder für dumm oder bedürftig gehalten zu werden. Jedoch weisen wir uns dadurch schon im Voraus selbst zurück, ohne dass wir die Chance ergreifen, es zu versuchen.

Die Wahrheit ist: Du verlierst durch das Fragen und Bitten nie etwas.

Ein kleines Beispiel:

Wenn du jemanden fragst, ob sie/er Lust hätte, mit dir ins Kino zu gehen und sie/er Nein sagt, dann hast du niemanden, der mit dir ins Kino geht. Aber das war ja auch schon so, bevor du gefragt hast, oder? Die Grundsituation hat sich nicht verschlechtert. Sie würde nur schlechter werden, wenn du daraufhin abwertende innere Monologe beginnen würdest. Sollten also nach dem Fragen negative Gedanken auftauchen, bist du jetzt auf sie vorbereitet. Nimm sie ruhig wahr, aber schenke ihnen keinen unbedingten Glauben. Vielleicht hilft es dir in so einer Situation auch, eine kleine Mini-Meditation zu machen, um deinen Verstand etwas zu beruhigen.

Du hast nichts zu verlieren. Und weil die Möglichkeit besteht, dass du gewinnen kannst, solltest du auf jeden Fall lernen, zu fragen und zu bitten.

Und kümmere dich nicht um die Menschen, die über dich reden, wenn du etwas versucht hast. Das sind oft die Menschen, die immer nur abwarten und zuschauen, um dann wieder lästern zu können. Der Mutige jedoch wagt das Risiko und probiert etwas aus – auch auf die Gefahr hin, zu scheitern.

Osho sagte dazu:

„Vergiss nicht: Mutig sein bedeutet nicht furchtlos. Wenn jemand keine Angst hat, so kann man ihn nicht furchtlos nennen. Du nennst eine Maschine nicht mutig, obwohl sie doch keine Angst hat. Mut existiert nur im Meer der Angst. Mut ist eine Insel im Meer der Angst. Du verspürst Angst und trotzdem wagst du es – das ist Mut! Du zitterst, du hast Angst, dich ins Dunkle zu wagen und tust es trotzdem. Du überwindest deine Furcht. Genau das bedeutet es, mutig zu sein. Mut ist nicht Furchtlosigkeit. Mut heißt, voller Angst zu sein, aber sich nicht von ihr beherrschen zu lassen.“

Wege, mit Zurückweisungen umzugehen

Zurückweisungen sind ein fester Bestandteil des Lebens. Du wirst immer wieder mit ihnen konfrontiert werden.

Das Rezept des Erfolgs besteht also nicht darin, zu verhindern, zurückgewiesen zu werden, sondern darin, nicht aufzugeben, wenn du zurückgewiesen wirst.

Zu sagen: „Danke, tschüss. Der Nächste bitte!“.

Die Ablehnung solltest du nicht persönlich nehmen, denn es kann 1000 und mehr Gründe haben, weshalb du jetzt gerade eine negative Antwort bekommen hast. Beruhige deinen Verstand, der wie wild dabei ist, nach Gründen für die Ablehnung zu suchen.

Spreche vielleicht mit einem Freund/einer Freundin über die Erfahrung der Ablehnung, wenn dir das hilft.

Nicke anerkennend und klopfe dir auch selbst mal auf die Schulter dafür, dass du dich überhaupt getraut hast, eine andere Person um etwas zu bitten.

Erkenne aber auch deinen eigenen Anteil an der Absage und frage dich, ohne dich selbst abzuwerten, was du beim nächsten Mal besser machen kannst.

John Creasey, ein populärer britischer Krimiautor, erhielt weit über 700 Ablehnungen, bevor er sein erstes Buch verkaufte.

Walt Disney soll mit seiner Idee, einen Freizeitpark (Disneyland) aufzubauen, von mehr als 300 Banken abgelehnt worden sein.

Johnny Cash soll seiner späteren Frau über dreißig Heiratsanträge gemacht haben, bevor sie endlich Ja sagte.

Es gibt noch tausende Beispiele dafür, dass du Aufgeben als mögliche Option aus deinem Kopf streichen solltest.

Manchmal muss man sich einfach nur lange genug reinhängen, um schließlich eine positive Antwort zu bekommen.

Also wenn dir das nächste Mal etwas auf dem Herzen liegt, dann frag doch einfach mal.

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