Hängt dein Wohlbefinden oft von anderen Menschen ab?

Hängt dein Wohlbefinden oft von anderen Menschen ab?
Bildquelle: Pexels

Als ich mich neulich mit einem Bekannten unterhalten habe, habe ich festgestellt, dass ich die Kontrolle meines Wohlbefindens manchmal zu leicht abgebe.

Was ist passiert?

Ich brauchte eine Meinung und Ideen zu einem bestimmten Thema und habe meinen Bekannten nach einem Gespräch gefragt.

Am Anfang des Gesprächs wollte ich zunächst das Thema, zu dem ich eine Meinung und Ideen brauchte, einrahmen, um dann innerhalb dieses Rahmens gemeinsam mit ihm kreativ werden zu können.

Jedoch verlief das Gespräch so, dass ich gar nicht dazu kam, den Rahmen zusammenhängend zu erläutern, da mein Bekannter ständig dazwischenredete, Fragen stellte und schon Ideen hereinwarf.

Ich merkte, wie ich mich beim vierten oder fünften Dazwischenreden innerlich aufregte, gereizt wurde und meine innere Balance verlor.

Ich hatte plötzlich keine Kontrolle darüber, wie ich mich fühlte, denn mein Gesprächspartner bestimmte durch sein Verhalten, wie ich mich gerade fühlte.

Es brauchte an diesem Tag nicht viel, um mich aus dem inneren Gleichgewicht zu bringen. Mehrmaliges Dazwischenreden reichte völlig aus.

Ich habe in dieser Situation dennoch ein wenig später meinen Frieden gefunden und mich wieder wohl gefühlt. Ich möchte dir gleich beschreiben, wie mir das gelang.

Außerdem habe ich für eine solche Gesprächssituation drei weitere Reaktionsmöglichkeiten entdeckt, die mir klar zeigten:

Ich habe mein eigenes Wohlbefinden selbst in der Hand. Es gibt immer verschiedene Optionen, wie ich auf etwas reagieren kann.

Du hast die Verantwortung für dich

Natürlich gibt es noch andere Situationen, als ein Gespräch, in denen Menschen dazu neigen, die Kontrolle ihres Wohlbefindens in die Hände anderer Menschen zu legen.

Ein paar Beispiele:

  • Du wirst in der Stadt angerempelt. Zack, schon regst du dich auf und legst dein Wohlbefinden in die Hand eines anderen (gestressten) Menschen.
  • Du hältst einen Vortrag und die Hälfte der Zuhörer schauen auf ihr Handy. Zack, schon bist du verunsichert und legst deine Selbstsicherheit in die Hände anderer (desinteressierter) Menschen.
  • Du stehst an der Ampel und wirst angehupt, weil du unglaubliche 1,5 Sekunden einfach nur dastandst, obwohl die Ampel längst auf Grün umgesprungen ist. Zack, schon bist du gereizt und legst dein Wohlbefinden in die Hand eines anderen (hektischen) Menschen.

Du erkennst schon, dass immer dasselbe Phänomen auftaucht:

Du legst das eigene Wohlbefinden in die Hand eines anderen Menschen.

Wir haben jedoch in jeder Situation immer die Wahl, wie wir auf etwas reagieren, denn es gibt immer verschiedene Reaktionsmöglichkeiten.

Ich könnte jetzt für jede einzelne Situation, die es im Alltag gibt, einen eigenen Blogartikel schreiben, so dass du für jede einzelne Situation Reaktionsmöglichkeiten an der Hand hast.

Aus mehreren Gründen ist dies jedoch nicht wirklich sinnvoll.

Erstens könntest du dir die ganzen Möglichkeiten wahrscheinlich sowieso nicht merken.

Zweitens könnte ich gar nicht alle Situationen beschreiben, die im vielfältigen Alltag auftauchen könnten.

Drittens ist es viel sinnstiftender, wenn du deine eigenen Lösungsstrategien entwickelst.

Das Wichtigste ist: Erkenne, dass dein eigenes Wohlbefinden in deinen Händen liegt. Du hast die Verantwortung für dein Wohlbefinden. Die Situation ist immer so, wie sie ist. Weder objektiv schlecht, noch gut. Durch deine Reaktion auf die Situation bestimmst du, was die Situation mit dir macht.

Wenn ich dir also jetzt meine vier Tipps für eine ganz bestimmte Situation gebe, dann solltest du diese nur als Beispiele ansehen.

Wichtiger, als praktische Tipps aufzusaugen, ist, die oben beschriebene Erkenntnis zu gewinnen, um dann auf deine eigene Art und Weise zu reagieren.

Meine vier Reaktionsmöglichkeiten im Gespräch

Diese vier Möglichkeiten haben alle den gleichen Grundgedanken: Nicht der andere, sondern du selbst sorgst für dein Wohlbefinden.

In dem Gespräch mit meinem Bekannten wählte ich die erste Möglichkeit aus und fand dadurch schließlich Frieden mit der Situation.

  1. Möglichkeit:

Ich erkenne die positive Absicht in dem Verhalten der anderen Person und schließe somit Frieden mit der Situation.

Ich erkannte, dass mein Bekannter das Thema, von dem ich ihm erzählte, so inspirierend fand, dass er seine Energie nicht bremsen konnte und mir somit manchmal ins Wort fiel. Hinter der unhöflichen Geste des Unterbrechens, die ich zunächst wahrnahm, steckten bei ihm eine große Begeisterung und einen Ideenfluss, den er nicht aufhalten konnte. Ich erkannte, dass er mir eigentlich nur helfen wollte und schloss meinen Frieden mit der Situation.

  1. Möglichkeit:

Ich spreche das „Problem“ auf eine wertschätzende Art direkt an.

Achte dabei auch auf einen wertschätzenden Tonfall. Hier sind zwei Beispiele:

Ich bin sehr gespannt, was du gleich zu dem Thema zu sagen hast, aber lass mich dir erst einmal den groben Rahmen erzählen.

oder

Lass uns das mal so machen: Ich erzähle dir erstmal den Rahmen der ganzen Geschichte und dann kannst du darauf reagieren. Was hältst du davon? Mach dir auch gerne zwischendurch Notizen, damit du nichts vergisst.

  1. Möglichkeit:

Ich lebe das Verhalten, das ich mir von meinem Gesprächspartner wünsche, (deutlich) vor.

Nachdem mein Bekannter ausgeredet hat, lasse ich mir zwei Sekunden Zeit, bevor ich mit dem Sprechen anfange, um ihm deutlich zu signalisieren: Ich lasse dich ausreden.

Oder wenn du dir wünscht, dass dein Gesprächspartner leiser, lauter, gelassener, freundlicher mit dir spricht, dann lebe ihm das gewünschte Verhalten vor. Du wirst erkennen, dass es Wunder wirkt.

  1. Möglichkeit:

Ich verlasse das Gespräch auf eine wertschätzende und höfliche Art und Weise.

Manchmal merkst du vielleicht auch, dass es keinen Sinn macht, ein bestimmtes Gespräch zu einem bestimmten Zeitpunkt zu führen. Oder vielleicht ist auch der negative Einfluss der anderen Person in bestimmten Momenten einfach zu stark.

Keiner hält dich fest. Du hast immer die Möglichkeit, aus einem Gesprächskontext auszutreten. Nutze diese Möglichkeit, wenn nichts mehr geht.

Zum Schluss …

… wünsche ich mir, dass dieser Blogartikel vielleicht ein bisschen was bei dir bewegt hat. Dass du vielleicht ein wenig näher an die Erkenntnis herangerückt bist, dass dein Wohlbefinden in deiner Hand liegt.

Aber vergiss nicht: Wir sind soziale Wesen und unser Wohlbefinden wird in gewisser Weise immer ein stückweit von anderen Menschen abhängen. Davon kann sich keiner freimachen. Die Frage ist nur, in welchem Ausmaße dein Wohlbefinden von anderen Menschen abhängt.

Schreib mir gern deine Meinung zu diesem Thema in die Kommentare.

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