Wie dir die Meinung anderer egal wird

Wie dir die Meinung anderer egal wird
Bildquelle: CLF Fotografie

Der Musiklehrer von Beethovens sagte über Beethoven, er sei als Komponist hoffnungslos.

Thomas Edisons Lehrer sagten, er wäre zu dumm, um irgendetwas zu lernen.

Albert Einstein sprach nicht, bevor er vier war und konnte nicht lesen, bevor er sieben war. Seine Lehrer beschrieben ihn als „geistig langsam, ungesellig und immer in seine törichten Träume abschweifend.“ Er wurde von der Schule verwiesen und ihm wurde der Zugang zur Technischen Hochschule in Zürich verweigert.

Nachdem Fred Astaire seine ersten Probeaufnahmen gehabt hatte, hieß es in der Notiz des Aufnahmeleiters von MGM aud dem Jahre 1933: „Kann nicht spielen! Etwas kahlköpfig! Kann ein bisschen tanzen!“ Astaire bewahrte diese Notiz über seinem Kamin in seinem Haus in Beverly Hills auf.

Der Musiklehrer von Farin Urlaub sagte über Farin: „Egal was du machst, mach nichts mit Musik.“

Hätten diese Menschen auf die Meinung anderer gehört, hätten sie wahrscheinlich an einem bestimmten Punkt in ihrem Leben aufgegeben. Und wir könnten heute nicht von den wunderbaren Dingen profitieren, die diese Menschen hervorgebracht haben.

Konstruktive Kritik und ehrlich gemeintes Lob bringen dich immer weiter. Keine Frage.

In diesem Artikel soll es aber darum gehen, wie du mit destruktiver Kritik umgehen kannst. Ich spreche hier von Kritik, die dich nicht voranbringt, dich verletzt oder herabsetzt. Konzentrierst du dich auf diese Art von Kritik, verlierst du Energie, Zeit, deinen Fokus und lässt im schlimmsten Fall deine Talente und Ideen im Erdboden versickern.

Anerkennung ist ein Grundbedürfnis

Bevor ich dir meine Gedanken vorstelle, die dir helfen werden, die Meinung anderer nicht als heilig anzusehen, möchte ich dir noch eine wichtige Sache sagen: Es ist etwas ganz Normales, dass uns die Anerkennung anderer wichtig ist. Das ist bei jedem Menschen so, denn dieses Gefühl ist ein menschliches Grundbedürfnis. Die Anerkennung ist sozusagen die Währung für die Bindung und den Anschluss an die Gemeinschaft.

Das Problem liegt also nicht darin, dass du Anerkennung von anderen Menschen brauchst. Vielmehr ist das benötigte Ausmaß an Anerkennung das Problem.

Es gibt Menschen, die regelrecht süchtig nach Anerkennung sind, so dass sie ihr Handeln extrem danach ausrichten und den Kontakt zu ihren wahren Wünschen und zum Teil auch zu ihren moralischen Werten verlieren.

Wir sind es durch unsere Erziehung und durch gesellschaftliche Prägungen gewohnt, Anerkennung meistens nur von außen zu bekommen. Wir machen uns damit aber völlig abhängig von der Meinung anderer Menschen.

Wäre es nicht viel besser, wenn du die Anerkennung nicht von außen, sondern von dir selbst bekommst? Wäre es nicht besser, wenn du dein Selbstbild nicht mehr so stark vom Feedback deiner Umgebung abhängig machst?

Ich zeige dir dafür jetzt eine sehr hilfreiche Methode.

Entwickle deinen eigenen Kompass

Setz dich mal in Ruhe hin, nimm dir Zeit und entwickle deinen eigenen Lebenskompass. Entwickle deine eigenen Kriterien für ein erfolgreiches Leben.

Folgende Fragen können dabei hilfreich sein:

  • Was kann ich gut?
  • Was macht mir Freude? Was weckt meine ganze Lebendigkeit? Wobei fühle ich mich besonders gelöst?
  • Was teile ich gerne mit anderen?
  • Wobei fühle ich mich besonders kreativ?
  • Was gibt mir ein Gefühl der Verbundenheit mit mir selbst?
  • Wobei fühle ich mich anderen am stärksten verbunden?
  • Was in dieser Welt würde ich gerne ändern?
  • Womit arbeite ich gerne?
  • Was sind meine Stärken? Was sind meine Schwächen?
  • Was will ich im Leben erreichen? Was will ich beruflich machen (es reicht auch erstmal nur eine grobe Richtung)? WARUM möchte ich das erreichen/machen?
  • Welche Dinge gefallen mir an mir?
  • Welche Dinge gefallen mir nicht an mir? Kann ich diese Dinge ändern? Wenn ich sie nicht ändern kann, kann ich lernen, sie zu akzeptieren?

Wenn du diese Fragen ganz detailliert für dich beantwortest, wirst du anfangen, deinen inneren Kompass zu entwickeln und dein Selbstbild zu stärken. Die Folge ist, dass du nicht mehr so abhängig von der Meinung anderer bist, weil du weißt, in welche Richtung dein Leben gehen soll und was du willst oder nicht willst.

Verändern oder akzeptieren

Ich möchte dir mal ein Beispiel aus meinem Leben geben.

Ich liebe das Singen und das Gitarrespielen. Leider wurde ich aber nicht als guter Sänger geboren. Ich musste mir das Singen wirklich erarbeiten. Wie oft musste ich mir am Anfang Sätze anhören, wie: „Du kannst nicht singen“ … Diese Äußerungen haben mich natürlich unglücklich gemacht.

Und nun ist es so: Wenn du mit irgendwelchen Umständen nicht zufrieden bist, dann gibt es zwei Möglichkeiten:

  • Du kannst die Umstände ändern

In meinem Beispiel: Konnte ich die Umstände im Außen ändern? Nein, ich konnte nicht verhindern, dass andere Leute ihre destruktiven Meinungen („Du kannst nicht singen“) äußerten. Keiner hat einen Einfluss darauf, was andere Leute denken und sagen. Ich konnte auch nicht von jetzt auf gleich perfekt singen, damit die Leute sich nicht mehr negativ äußerten. Ich konnte die Umstände nicht verändern. Mir blieb also nur die zweite Option.

  • Du kannst die Umstände akzeptieren

In meinem Beispiel: Ich habe die Situation so akzeptiert, wie sie war und habe den Leuten nicht die Macht gegeben, mit ihren Meinungen etwas in mir bewirken zu können.

Ich habe natürlich NICHT aufgehört zu singen! Weil ich es geliebt habe zu singen und weil ich wusste, dass ich Musiker werden will. Ich hatte meine innere Vision klar vor Augen und meinen Lebenskompass immer bei mir. Ein paar destruktive Äußerungen hatten nicht die Kraft, mich von meinem Weg abzubringen. Ich habe weitergemacht, weil ich Ziele hatte. Ich war überzeugt von meinem Weg und habe mir die Anerkennung aus meinem Inneren geholt. Jeder noch so kleine Fortschritt war ein kleines inneres Fest für mich.

In unserem Leben werden wir immer wieder Mist bekommen. Unsere Aufgabe ist es also, nicht zu verändern, dass wir Mist bekommen, sondern uns eine kleine Hütte zu bauen (unser gestärktes Selbstbild/Lebenskompass), an der der Mist an die Wand klatscht und abprallt.

Schwein gehabt

Karl Lagerfeld hat mal gesagt, dass ihn nur Meinungen von sehr wenigen Menschen interessieren. Er schaut sich manchmal Dinge an, die den Menschen gefallen, die ihn kritisieren und sagt sich dann: Da habe ich aber Schwein gehabt, dass denen meine Sachen nicht gefallen.

Zum Schluss möchte ich noch einen Gedanken und ein dazu passendes Zitat loswerden.

Es ist dein Leben. Solange du keinem schadest, geht dein Leben niemanden etwas an. Und wenn dann noch einmal Leute über dich lästern, sagt das nur etwas über diese Leute aus und nichts über dich.

„What Susie says of Sally, says more of Susie, than of Sally. Remember that.“

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