Mut und Gnade – Die Geschichte einer großen Liebe

Mut und Gnade – Die Geschichte einer großen Liebe
Bildquelle: Booklooker

Die obige Überschrift ist der Titel des Buches, aus dem ich dir einige Abschnitte zeigen möchte. Der Untertitel des Buches lautet „Das Leben und Sterben der Treya Wilber“.

In diesem sehr intensiven Buch geht es um Ken Wilber (einen amerikanischen Philosophen, Psychologen und spirituellen Lehrer) und die Liebe seines Lebens, Treya Wilber (früher: Treya Killam).

Das Buch ist so aufgebaut, dass Treyas Tagebücher mit Kens Darstellungen kombiniert werden. Viele Situationen werden von beiden geschildert, so dass sowohl ihre als auch seine Perspektive dargestellt werden. So springt die Geschichte zwischen ihm und ihr hin und her und man bekommt einen umfassenden Einblick in die Geschehnisse.

Da der Klappentext des Buches sehr aussagekräftig ist, habe ich ihn dir hier einmal aufgeführt, damit du weißt, was dich erwartet:

Kurz nach der Hochzeit Ken Wilbers mit seiner großen Liebe Treya Killam stellen die Ärzte fest: Treya hat Brustkrebs. Das Paar verbringt seine Flitterwochen im Krankenhaus. Es folgen 5 Jahre eines gemeinsamen heroischen Kampfes gegen die Krankheit. Als Treya schließlich sterben muss, haben sie den Weg zu einer Gemeinsamkeit gefunden, die den Tod überdauern wird.

In unserer Gesellschaft wird das Thema Tod  immer noch weitestgehend verdrängt. In diesem Buch wirst du direkt und ehrlich damit konfrontiert. Treya hat schön formuliert, weshalb die Beschäftigung mit dem Tod so wichtig ist:

Weil ich den Tod nicht mehr ignorieren kann, achte ich mehr auf das Leben.

Ich möchte dir nun weitere tolle Zitate aus dem Buch zeigen, aus denen du bestimmt etwas mitnehmen kannst.

Das Kennenlernen

Ken über Treya:

Liebe auf die erste Berührung. Wir hatten keine fünf Worte miteinander gewechselt. Und die Art, wie sie meinen glattrasierten Kopf musterte, sagte mir deutlich, dass es bestimmt nicht Liebe auf den ersten Blick sein würde. Wie die meisten anderen fand ich Treya in der Tat schön, doch damit kannte ich sie ja noch nicht. Aber als ich dann meinen Arm um sie legte, schmolzen alle Trennung und alle Distanz dahin, und es war wie ein Zusammenströmen. Es war, als gehörten Treya und ich schon viele Menschenleben zusammen.

Ich konnte in dieser Nacht [die Nacht der ersten Begegnung] nicht schlafen. Bilder von Treya überschwemmten mich. […] Schließlich schlief ich doch ein und schreckte irgendwann hoch mit dem Gefühl: Ich habe sie gefunden. Nur das dachte ich immer und immer wieder: Ich habe sie gefunden.

Treya über Ken:

Dass ich ihn gefunden habe, ist für mich außerdem eine Art Bestätigung – dass mein innerer Richtungssinn, so seltsam mein Kurs äußerlich auch ausgesehen haben mag, mich in Wirklichkeit doch irgendwo hingeführt hat. Er hat einen unglaublichen Humor, ich muss ständig lachen; und die Leichtigkeit, mit der er sein Leben lebt, tut mir so gut. Ich fühle mich geliebt und anerkannt wie nie zuvor. Bei keinem Mann habe ich je dieses Liebevolle, diese Freundlichkeit und so viel Halt gefunden. Die Beziehung fühlt sich so natürlich, so selbstverständlich an, kaum Sachen, durch die man sich erst durcharbeiten müsse. Ken ist bei mir, was könnte ich denn noch wollen als Beweis dafür, dass Gott mich liebt?

Umgang mit Tiefpunkten

Ken:

Als Treya krank wurde, dachte ich, ich brauchte die Sache nur richtig managen, das Richtige zu sagen, bei der Wahl der Therapien zu helfen und so weiter, dann würde alles gleich besser werden. Das waren gewiss Hilfen. Aber sie reichten nicht weit. Wenn etwa eine besonders schlechte Nachricht kam, neue Metastasen zum Beispiel, und Treya weinte, dann legte ich sofort los: „Schau, noch ist es ja gar nicht sicher, da brauchen wir erst noch weitere Untersuchungen; und außerdem deutet nichts darauf hin, dass das an deiner Therapie etwas ändert“ und so weiter. Aber das war es nicht, was Treya brauchte. Dass ich mit ihr weinte, das brauchte sie, und so tat ich es schließlich: ihre Gefühle empfinden, sie aufsaugen und dadurch so weit wie möglich zerstreuen. Ich glaube, das geschieht auf einer ganz körperlichen Ebene; man kann dabei auch reden, aber es ist nicht entscheidend.

Echte Liebe

Treya über die Beziehung zu Ken, nachdem die beiden schon einige Jahre miteinander verbracht und unglaublich viel zusammen durchgestanden haben:

In der Zeit, als ich kein Haar hatte, habe ich mich oft gefragt, ob wir wohl je wieder dahin kommen würden, wo wir einmal gewesen waren. Das war für mich damals sehr wichtig. Ich meinte damit wohl die Nähe, die wir ganz am Anfang empfunden hatten, dieses Sich-Verzehren nach dem anderen. Ich glaube, da sind wir jetzt wieder, wenn auch auf andere Weise. Es klingt vielleicht ein bisschen hochtrabend, von einer höheren Windung der Spirale zu sprechen, aber das ist der beste Ausdruck, den ich dafür finden kann. Dieses Sich-Verzehren ist nicht mehr da, das Haften am anderen; ich vermisse das zwar ein wenig, aber das Fehlen dieser Empfindung scheint auch darauf hinzudeuten, dass ich mich entwickelt habe. Ich erinnere mich an das Gefühl, eine Art Klette zu sein, die an ihm hängt; er füllte eine so tiefe, alte Leere in mir, dass ich mir nichts anderes wünschte, als in seiner Nähe zu sein. Bei ihm zu sein ist mir nach wie vor wichtiger als alles andere, aber die Heftigkeit des Bedürfnisses ist weg, irgendetwas hat diese Leere weitgehend aufgesogen. Aber die schiere Seligkeit des Zusammenseins ist wieder da, das heimliche Vergnügen an seinen kleinen, unverwechselbaren Eigenheiten, das mir den ganzen Tag vergolden kann. Und unser freundlicher, sanfter und spielerischer Umgang miteinander ist wieder da, die Leichtigkeit und Fröhlichkeit des Zusammenseins. Hinzugekommen ist ein gereiftes Bewusstsein von den empfindlichen Stellen des anderen, eine Bereitschaft, sich dieser Punkte mit Humor und Behutsamkeit anzunehmen. Ich habe gelernt, ihn zu ermutigen und zu bestärken, das war in meiner Familie nicht gerade üblich. Und er, glaube ich, hat gelernt, dass Abschätzigkeit mich wirklich verletzt. Wir haben beide ein Gespür für sich anbahnende Probleme entwickelt und lassen entweder ab davon oder gehen ganz vorsichtig damit um. Alles ist so viel weicher und freundlicher geworden und ich bemerke mit großer Freude, wie die Dinge von selbst ineinandergreifen.

Vielleicht haben dich diese Zitate inspiriert, so dass du dieses Buch nun auch lesen möchtest.

Falls du es dir nun kaufst, wünsche ich dir ein intensives Lesen mit vielen wertvollen Erkenntnissen.

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Scroll to Top